Facebook bündelt die gesamte Kommunikation – Gefahr oder sinnvolle Anwendung?

Macht Facebook bald den Rest des Netzes überflüssig? Mark Zuckerberg startet einen Universal-Kommunikationsdienst, der nicht einfach ein weiterer E-Mail-Service ist, sondern alle Informationskanäle verschmilzt – elektronische Post, SMS, Instant Messaging. Ziel: Google angreifen, Nutzerdaten abgreifen.

Gestern erschien in Spiegel online ein neuer Artikel rund um Facebook (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,729298,00.html). Facebook bünelt in einer neuen Anwendung die gesammte Kommunikation der Anwender – egal ob Email, SMS, Instant Messaging.

Was soll man davon halten?

Ich selbst finde die Entwicklung bedenklich, wenn die Menschen diese nicht mit bedacht einsetzen und dies ist aus meiner Sicht momentan sehr wahrscheinlich. Problematisch wird es, wenn der zentrale Dienst erstmal eingeführt anfängt, andere auszugrenzen und sich in einen Monopolstatus zu wandeln. Aktuell beobachtet man dies bei Apple mit der gesamten Wertschöpfungskette Endgerät, Applikationen, Portal und Content. Hier wird sehr restriktiv vorgegangen und der Konzern bestimmt, was er zulässt und was nicht und gängelt letztendlich die Anwender, die Entwickler und die Content Lieferanten. Es wird eine Frage der Zeit sein, wann es an dieser Stelle zu einer Abkehr der Anwender von dem Single Hersteller, Portal, Softwarelieferant kommt.

In den letzten 10-15 Jahren hat man viel über Microsoft geschimpft, wobei dieser Hersteller mehr und mehr an Bedeutung für die Anwender verliert. Schließlich war Google der große Buhmann und hatte jahrelang mit dem Manko der Datenkrake zu kämpfen. Es ist da schon fast Ironie des Schicksals, das jetzt eine weitere Firma Facebook antritt, um alles über uns, unsere Gewohnheiten und unsere Beziehungen zu erfahren. Dagegen wirkt die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland schon fast wie ein Witz, wenn man bedenkt, das Firmen wie Facebook, Google und Apple eigentlich nichts anderes tun als uns auszuhorchen und die machen es dann auch noch perfekter wie Bundesregierung, Payback und Finanzamt zusammen.

Ok, aber zurück zum Thema. Facebook möchte also unsere gesamte Kommunikation zusammen fassen. Wenn man bedenkt das mein soziales Leben schon über Facebook läuft, dann muss ich eigentlich nur noch meine Firmenentwicklungsdaten in der Cloud von Facebook (ich wette, der Dienst mit Word, Excel und Co. als Nachbau wird kommen) speichern – und wenn letztendlich Microsoft als Gesellschafter und Partner den Service anbietet. Dann muss ich mir doch glatt die Frage stellen, warum ich noch über Softwarepatente, Datenschutz und mehr nachdenke. Wenn Facebook meine Entwicklungen schon im Entwicklungsstadium kennt, meine Diskussionen und Gespräche zwischen den Entwicklern verfolgt und auch noch die Kundenkommunikation transparent wird – ja warum habe ich überhaupt noch ein Unternehmen, wenn Facebook die Zukunft irgendwann schon fast vorhersagen und prophezeien kann?

Also, hier ist jetzt Vorsicht geboten im Umgang mit Social Media und Facebook. Ich würde meinen Entwicklern immer alternative Plattformen anbieten, die nicht als Cloud oder Software-as-a-Service erbracht werden. Andernfalls gefährde ich als Unternehmer den Arbeitsplatz meiner Mitarbeiter schon fast vorsätzlich.

Insofern werde ich das Facebook, Twitter, Google, etc. Spiel nur begrenzt mitmachen und immer nachdenken, wieviel ich mit einem einzelnen System durchführe. Man ist sonst schneller abhängig als man denkt und evtl. ist es dann schon zu spät für den Arbeitsplatz oder eines meiner Unternehmen.

,
2 comments on “Facebook bündelt die gesamte Kommunikation – Gefahr oder sinnvolle Anwendung?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.